Staffelstab wird weitergegeben – PPP-Stipendiaten in Altenberge

Gerade hatte ich ganz tollen Besuch von meinem Stipendiaten des Parlamentarisches Patenschafts-Programm Marius Kram. Seit letzter Woche ist er wieder in Deutschland und wir haben uns über ein beeindruckendes Jahr in den USA ausgetauscht. Spannende Einblicke aus den USA hat Marius zum Beispiel zu Trump oder der amerikanischen Gesundheitsversorgung / Obamacare geschildert. Er ist sich dabei sicher, dass die dort gewonnenen Eindrücke auch die Sichtweise auf gesellschaftliche Debatten hier zu Lande beeinflussen werden.

Auf Marius Besuch folgte direkt die nächste Generation. Der Staffelstab geht von Marius zu Jakob Imkamp weiter. Ich freue mich sehr, wenn ich jungen Menschen diese Möglichkeit eröffnen kann. Denn ich bin davon überzeugt, dieses eine Jahr ist prägend für die Entwicklung und wirkt über das ganze Leben. Für Jakob aus Altenberge geht es bald los und ich wünsche ihm alles Gute. Natürlich werde ich auch mit Jakob immer wieder im Kontakt sein und er hat zugesagt, dass er auch von seinen Erfahrungen berichten wird. Ich bin gespannt.

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Welcome back Marius.

Seit heute ist Marius Kram wieder zurück in Deutschland. Marius war seit August 2016 als Stipendiat des Parlamentarisches Patenschafts-Programm in den USA. Marius ging als junger Berufstätiger dorthin. Er besuchte zunächst in Olney im Süden von Illinois ein College, um die zweite Hälfte seines Auslandsjahres in Ann Arbor, Michigan bei einer international tätigen Firma Einblicke in die dortigen Arbeitsstrukturen zu erhalten. In einigen Tagen treffe ich Marius wieder und ich bin gespannt, was er zu erzählen hat. Ich freu mich drauf!

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„Civic Education Workshop“ – PPP-Stipendiat Marius Kram

Anfang März wurden alle Teilnehmer des PPP für vier Tage zum Civic Education Workshop nach Washington DC eingeladen. Der Workshop wurde von unserem Programm organisiert und fand in diesem Jahr zum ersten Mal in der 33-jährigen PPP Geschichte statt. Civic Education heißt übersetzt so viel wie Staatsbürgerkunde. Ziel des Workshops war es also, uns in der Geschichte, Prinzipien und Grundlagen der amerikanischen Demokratie zu schulen. Die Wahl der Stadt fiel dafür folglich auf Washington als Hauptstadt und politisches Zentrum von Amerika.

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Alle Teilnehmer sind mittels Flugzeug, Zug oder Bus nach Washington angereist. Die Nächte verbrachten wir in zwei zentral gelegenen, einfachen aber schönen und Hostels. Die nächsten Tage waren gefüllt mit spannendem Programm und etwas Freizeit, um die Stadt auch auf eigene Faust erkunden zu können.

Zur Vorbereitung auf das Seminar haben wir uns mittels einer virtuellen Austauschplattform mit den amerikanischen PPP-Teilnehmern, die derzeit in Deutschland platziert sind, zusammen getan und über verschiedene Themen diskutiert. Zur Auswahl standen die Rolle der Medien in den vereinigten Staaten, Redefreiheit und Freiwilligenarbeit. Ich habe mich der Gruppe Freiwilligenarbeit angeschlossen. Auf der Austauschplattform haben wir Stellung zu verschiedenen Fragestellungen rund um unser Thema genommen. Das waren Fragen wie “Wie empfindest du den Stellenwert von Freiwilligenarbeit in deiner Gemeiner?” oder “Glaubst du Freiwilligenarbeit ist notwendig für eine funktionsfähige Regierung?”. Herausgekommen ist dabei eine interessante Diskussionsrunde mit vielen verschiedenen Impressionen. Daraus gelernt habe ich, dass Freiwilligenarbeit in den USA einen viel größeren Stellenwert hat und von den Menschen auch viel mehr wertgeschätzt wird. Das erlebt man auch im täglichen Leben. Die Ergebnisse aus den Gruppenarbeiten haben wir in Washington den anderen Gruppen präsentiert. Außerdem hat jede Gruppe ein zum Thema passende Organisation besucht. Wir waren bei der Corporation for National & Community Service. Dort haben wir mit Verantwortlichen über organisierte Freiwilligenarbeit gesprochen und Erfahrungen aus unseren Heimatländern ausgetauscht.

Zu den Mahlzeiten haben wir uns meistens alle zusammen in dem Busboys and Poets Restaurant getroffen. Dort haben uns auch Mitarbeiter des U.S. Department of State und der deutschen Botschaft besucht. Während der Vorträge und einer folgenden Frage und Antwort Runde konnten wir viel über die Aufgaben eines Regierungsmitarbeiters erfahren. In dem Gespräch wurde jedoch auch über aktuelle politische Themen gesprochen, vor allem über Donald Trump, der derzeit gerade Frisch das Amt als Präsident übernommen hatte. Jeder PPPler hatte im Anschluss einen Termin mit dem Congressman/ der Congresswoman von seinem aktuellen Platzierungsort. Die Position ist vergleichbar mit der von Herrn Hampel als Mitglied des Bundestags. Meine Congresswoman, Debbie Dingel vom 12th District of Michigan, war zu der Zeit leider nicht in Washington. Ich habe mich also mit einem ihrer Mitarbeiter im amerikanischen Kongress getroffen. In einem freundlichen Gespräch haben wir über das Parlamentarische Patenschafts Programm gesprochen sowie über seine Arbeit im Kongress. Am Ende wurde natürlich auch hier noch über die aktuelle Präsidentschaft gesprochen. Da Ann Arbor sehr demokratisch geprägt ist, wurden die Republikaner dabei stark kritisiert.

Ulrich_Hampel_PPP_Marius_Kram_Washington_Civil_Education_Workshop_1Am letzten Tag stand dann Sightseeing auf dem Programm. Angefangen sind wir mit einer Führung durch das Kapitol. Danach waren wir im Newseum. Das Museum beschäftigt sich mit Journalismus in Bezug auf das “First Amendment to the United States Constitution”. Der Zusatzartikel in der Verfassung sichert die fünf Freiheiten: Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und das Petitionsrecht. Unser Tourguide war zufälligerweise eine gebürtige Kölnerin, die uns in ihrer letzten Tour geführt hat, bevor sie wieder zurück nach Deutschland geht. Auf eigene Faust haben wir im Anschluss einen Fußmarsch vom Weißen Haus bis zum Lincoln Memorial gemacht.

Nach vier vollgepackten, interessanten und erlebnisreichen Tagen ging es dann mit dem Flieger zurück nach Ann Arbor. Der Workshop hat sehr viel Spaß gemacht und uns das politische System der USA deutlich näher gebracht.

„Relocation“ – PPP-Stipendiat Marius Kram

Seit guten zwei Wochen lebe ich an meinem neuen Platzierungsort, um hier die zweite Phase meines Auslandsjahres anzutreten, das Praktikum.Ulrich_Hampel_PPP-Marius_Kram_170130_1 Ich habe die kleine Stadt Olney im Süden von Illinois verlassen und werde die nächsten sechs Monate in Ann Arbor, Michigan, verbringen. Von der Zeit in meiner Hostfamilie geht es nun in eine WG mit vier amerikanischen Studenten. Meine neue Unterkunft habe ich über eine Onlineplattform gefunden. Nach zwei kurzen Telefonaten und etwas Bildmaterial habe ich mich für das Apartment entschieden. Der Raum wird untervermietet von einem Studenten, der das Sommersemester in Neuseeland verbringen wird. Es war sehr komisch, dem Ganzen zuzusagen, ohne das Haus oder meine zukünftigen Mitbewohner jemals gesehen zu haben. Aber aufgrund der Entfernung hatte ich keine andere Wahl. Umso glücklicher bin ich, dass ich auch hier sehr freundlich empfangen wurde und alles so aussieht, wie ich es auf den Bildern vorher gesehen habe. Neben meinem eigenen Zimmer teilen wir uns Wohnzimmer und Küche und einen kleinen Garten vor sowie hinter dem Haus.

Wenn man an einen fremden Ort zieht, ist es wahrscheinlich das Schwierigste, Freunde zu finden. Meine Mitbewohner haben mich aber direkt freundlich aufgenommen und integrieren mich sehr gut. Dieses Wochenende waren wir zum Beispiel zusammen bei dem Basketballspiel Detroit Pistons vs. Washington Wizards, welches nach einer spannenden Schlussphase in einem knappen 113:112 für die Pistons endete.

Mein Praktikum begann vor zwei Wochen. Ich arbeite bei der international tätigen Firma Holcim, die unter anderem auch in Deutschland vertreten ist. Sie beschäftigt sich mit der Produktion, Handel und Transport von Zement. Ich unterstütze hier das Team in der Finance Abteilung und bin hauptsächlich für das Aufbereiten von Daten für das Reporting zuständig. Der erste festzustellende Unterschied zu deutschen Firmen wurde mir auch schnell klar. Hier stellt man sich generell mit dem Vornamen vor. Das Siezen gibt es im Englischen gar nicht und jemanden mit dem Nachnamen ansprechen ist sehr ungewöhnlich. Ansonsten konnte ich noch keine weiteren größeren Unterschiede feststellen. Die Arbeit ist sehr interessant und ich kann viel lernen. Insgesamt werde hier ich sechs Monate lang beschäftigt sein.

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„Hallo Ihr Lieben auf der anderen Seite der Welt!“ – PPP-Stipendiat Marius Kram

Hallo Ihr Lieben auf der anderen Seite der Welt!

Ich wollte mal ein Lebenszeichen von mir geben. Die letzten Wochen wurden durch viele neue Eindrücke, Erfahrungen und Menschen geprägt. Ich hatte einen super Start in mein Auslandsjahr und bin mehr als zufrieden mit meiner Platzierung, der Gastfamilie und dem College.

Wir haben unsere Tage in New York gestartet. Zwischen den Einführungsveranstaltungen im Office for International Visitors direkt neben dem UN Gebäude hatten wir ein bisschen Zeit um uns mit der Stadt vertraut zu machen. New Yorks Straßen sind sehr voll und hektisch, doch zwischen all den Massen findet man immer wieder schöne Platze und Sehenswürdigkeiten, die die Stadt sehr lebenswert und interessant machen. Nach New York waren wir vier Tage in einem Hostel in Chicago stationiert, bis es dann weiter zu unserer endgültigen Platzierung ging. Chicago ist genau das Gegenteil von New York.
Die Straßen sind weniger voll, alles ist etwas ruhiger und gemütlicher.
Trotzdem war auch Chicago eine Stadt voller interessanter Spots und schönen Plätzen, die die Zeit sehr schnell vergehen ließ.

Nach der sogenannten „Homestaytour“ in Chicago bin ich dann endlich in meinem Platzierungsort Olney, Illinois angekommen. Erst in Chicago habe ich die lang erwartete Nachricht von meiner bis dahin unbekannten Gastfamilie bekommen. Das Warten hat sich aber gelohnt. Ich habe mit meiner Gastfamilie eine Art goldenes Los gezogen. Ich lebe bei einer sehr netten Familie. Die zwei Söhne, 19 und 23 Jahre alt sind ausgezogen. Ich habe somit die Kellerräume, inklusive Bad, in dem frisch renoviertem Haus für mich alleine.
Wir wohnen etwa 10 Meilen von der Stadt entfernt und können die Ruhe und den schönen Ausblick auf die großen Kornfelder genießen. An den Wochenenden haben wir schon einige Ausflüge und Tagestrips geplant.

Seit zwei Wochen gehe ich auch zum College. Als Kurse belege ich Mathematik, Sport Management, Sport Kommunikation und Keramik. Alle Kurse machen mir sehr viel Spaß und auch mit dem fachbezogenem Englisch komme ich gut klar.
Man wird hier überall sehr freundlich empfangen und es fällt mir leicht, Kontakte mit anderen Studenten zu knüpfen. Hier sind auch ein paar weitere internationale Studenten mit denen wir oft etwas unternehmen. Am Wochenende waren wir alle gemeinsam in einem Freizeitpark etwa zwei Stunden von unserem Platzierungsort entfernt. In meiner Freizeit trainiere ich mit einem amerikanischem Coach eine Fußballmannschaft der örtlichen Junior High School. Das Training macht mir viel Spaß und es freut mich zu sehen, wie viel Interesse die Kinder an mich als ausländischen Trainer sowie auch an Deutschland haben und immer wieder neugierige Fragen stellen.

Mir geht es hier somit sehr gut und ich bin froh, für das Programm ausgewählt worden zu sein.

Viele Grüße aus Amerika

Marius

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Marius mit einigen PPP-Teilnehmer vor der New Yorker Skyline