Blick früh auf Kinder richten – Neujahrsempfang in Ascheberg

ASCHEBERG – Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat auf dem Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins gestern in Ascheberg an das Wir-Gefühl in der Gesellschaft appelliert. Investitionen in das Bildungssystem und in die Handlungsfähigkeit der Kommunen, eine Bürgerversicherung für alle sowie intensive Einsparungen, um die Neuverschuldung des Landes auf Null zu führen.

Das war die Formel, die sie den rund 160 Gästen in Frenkings Tenne für das Wahljahr 2013 mit auf den Weg gab. „Das ist ein Start, der richtig Spaß macht“, freute sich Ortsvereinsvorsitzender Johannes Waldmann über den Besuch der Regierungschefin. Neben der SPD-Landesvorsitzenden begrüßte er den Bundestagskandidaten der SPD, Ulrich Hampel, und Bürgermeister Dr. Bert Risthaus unter den Gästen.

Trotz Terminfülle, der Stippvisite in Ascheberg war eine Besuch in Münster vorausgegangen, nahm sich Hannelore Kraft viel Zeit, die Eckpunkte ihrer Politik zu erläutern. Unaufgeregt und nachdrücklich analysierte die SPD-Landesvorsitzende Kernthemen wie Bildung, Inklusion, Wirtschaft, Steuersystem oder Windenergie.

„Kein Kind zurücklassen“ – unter diesem Stichwort rückte Kraft auch in Ascheberg das Thema Bildung ganz nach vorne. Das habe man zum zentralen Thema in NRW gemacht, betonte sie und warb dafür, den Blick schon in der Schwangerschaft auf Kinder zu richten. Eine Brücke des Vertrauens aufzubauen und die Strukturen vor Ort zu verbessern sei nötig, um die Situation zu verbessern. Es könne nicht angehen, das 20 Prozent eines Jahrgangs ohne Schulabschluss und Ausbildung blieben und später zu Harz IV-Empfängern würden, sagte Kraft. Allein 1,1 Milliarden Euro würden jährlich dafür aufgewendet, Kinder aus ihren Familien heraus in Obhut zunehmen, argumentierte sie dafür, derartige spätere „Reparaturkosten“ zu vermeiden und stattdessen den Ausbau der U3-Betreuung und die Qualität des Schulsystems zu verbessern.

Beim Stichwort Schule wandte sich Hannelore Kraft direkt an Dr. Bert Risthaus (CDU): „Ich bin auch hierher gekommen, um Ihnen Danke zu sagen für den Mut, den Sie gehabt haben“, würdigte sie Aschebergs Weg zur Verwirklichung der Profilschule, Nordrhein-Westfalens erster Gemeinschaftsschule, und hob den Anteil der CDU am Schulkonsens hervor.

Die Teilhabe von behinderten Menschen an der Gesellschaft (Inklusion) zählte Kraft ebenso zu den vorrangigen Aufgaben wie einen bezahlbaren Umstieg auf erneuerbare Energien nach der Energiewende. Ferner sprach sie die Stärkung des Industriestandortes NRW an. Qualität, Innovation, Kreativität und High-tec können wir gut“, strich sie die Vorzüge des Landes heraus. Um Fachkräftemangel zu begegnen, müsse man gut ausgebildeten jungen Leute Beschäftigung bieten, wandte sie sich ferner gegen Zeitverträge.

Ulrich Hampel erklärte in seinem Grußwort den Kampf für den Mindestlohn zum Wahlkampfthema. – gh / Ruhrnachrichten

Klassische Themen im Gepäck

Daniel Löwe / WN Ulrich Hampel, designierter SPD-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Coesfeld – Steinfurt II, hat sich in Nottuln für einen engen Schulterschluss zwischen SPD und Gewerkschaften ausgesprochen.

Am Montagabend hatte der SPD-Ortsverein Nottuln zur zweiten Mitgliederversammlung des Jahres in die Ratsschänke Böcker-Menke eingeladen. Nach den begrüßenden Worten des Vorsitzenden Manfred Kunstlewe wurden zunächst langjährige SPD-Mitglieder geehrt. Klaus Bratengeyer, Heinz Roemer, Dieter Pferdekamp und Ralf Achterberg blicken auf eine nunmehr 40-jährige Parteimitgliedschaft zurück. Udo Hegemann und Holger Zbick sind seit 25 Jahren in der SPD. Die Geehrten erhielten neben einer Urkunde auch einen Fotobildband zur Geschichte ihrer Partei. Auch die eine oder andere Anekdote aus dieser Zeit wurde den anwesenden Genossen erzählt.

Anschließend stellte sich Ulrich Hampel, designierter Bundestagskandidat für den Wahlkreis Coesfeld – Steinfurt II und somit potenzieller Nachfolger von Dr. Angelica Schwall-Düren, der Nottulner Basis vor. Auf einer Delegiertenkonferenz am 1. Dezember möchte Hampel als Kandidat für den Bundestag offiziell aufgestellt werden. Der 48-jährige Bezirksleiter der Gewerkschaft IG BCE ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes.

Inhaltlich machte er klar, dass er für die „klassischen“ SPD-Themen wie gute und faire Arbeitsbedingungen, gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht. Eine sinnvolle und bezahlbare Energiepolitik sei ebenso wichtig wie ein Nein zu Studiengebühren. „Der Zugang zur Bildung soll nicht vom Einkommen abhängig sein“, begründete Hampel seine Haltung.

Er sprach sich auch für den Schulterschluss mit den Gewerkschaften aus. „Wenn SPD und Gewerkschaften an einem Strang ziehen, sind die Siegchancen bei der Bundestagswahl groß“, betonte Ulrich Hampel.

Im Anschluss an seine umfangreiche Vorstellung gab es die Möglichkeit für die Nottulner Genossen, Fragen an ihren designierten Kandidaten zu stellen. Daraus entwickelte sich eine engagierte Diskussion über mögliche Ziele und Themen der kommenden Bundestagswahl.

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung wurden noch die Nottulner Vertreter für die anstehenden Delegiertenkonferenzen gewählt.